Die Landwirtin und Autorin hat nach dem Fachhochschul-Studium der Landwirtschaft in Nürtingen mit ihrem Mann zusammen einen Milchviehbetrieb zur Pacht übernommen und knapp 12 Jahre lang bewirtschaftet. Gleich zu Beginn traten lebensbedrohliche Leberschäden bei den Kühen auf. Grund dafür war eine anhaltende kraftfutterintensive Fütterung der Vorgänger, die in den letzten Monaten vor der Übernahme auch noch völlig falsch verteilt war. Der damalige Tierarzt konnte nicht helfen, ihm starben fünf Kühe quasi unter der Hand weg. Eine alternative Lösung zur Schulmedizin musste gefunden werden, um die Leberschäden wieder zu beheben. Zusammen mit einer Heilpraktikerin konnte mit Hilfe von homöopathischen Komplexmitteln und einigen wenigen Einzelmitteln zumindest das Sterben direkt nach der Geburt gestoppt werden, doch Festliegeprobleme bestanden weiterhin. Daher besuchte Bettina Gebhard verschiedene Kurse im Allgäu und widmete sich, wann immer es möglich war, dem Studium der 1996 bis 1998 verfügbaren Literatur zum Thema „klassische Homöopathie bei Nutztieren“. Als großes Glück empfindet sie die sehr persönlichen Schulungen direkt auf dem Hof, die ihr die Freundschaft mit einer Homöopathin im Nachbarort ermöglichte. Seit dieser Phase war es ihr ein Anliegen, leicht verständliche, übersichtliche und dennoch zumindest die wichtigen Mittel umfassende Bücher zum Thema zu schreiben. Ernsthaft konnte dieses Vorhaben jedoch erst nach Pachtende, 2008, angegangen werden und so erschien das erste Buch im DLG-Verlag erst 2018, nachdem eine lange Phase der Verlagssuche vorausgegangen war. Ein wichtiges Anliegen ist ihr der Bezug zur Landwirtschaft, auch ohne eigenen Betrieb und so bietet sie in ihrer Umgebung professionelle Betriebshilfe an. Beratung in Sachen Homöopathie gehört selbstverständlich ebenfalls dazu. Schon während der Zeit auf dem Pachtbetrieb, gab sie ihr Wissen in Kursen und Seminaren weiter. Nach einer umzugsbedingten Pause und nachdem die Jüngste von sechs Kindern in die Schule kam, widmet sie sich heute wieder verstärkt den Kursen. Ein bemerkenswertes Projekt ist in diesem Zusammenhang das Kursprojekt HofL (Homöopathie für Landwirte), nach dem Vorbild von HAWL (Homoeopathy at Wellie Level) in England, das einerseits den Landwirten durch verschiedene Kursleiter eine solide Grundausbildung in der klassischen Homöopathie bieten will, zum anderen aber auch der Homöopathie in der Nutztiermedizin, der Lehre und der Gesetzgebung zu mehr Akzeptanz verhelfen soll.